{"id":18,"date":"2020-03-04T13:54:19","date_gmt":"2020-03-04T12:54:19","guid":{"rendered":"https:\/\/flurnamenbuch-vorpommern.germanistik.uni-greifswald.de\/?page_id=18"},"modified":"2025-02-26T13:38:23","modified_gmt":"2025-02-26T12:38:23","slug":"ueber-uns","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/vorpommern.flurnamen.info\/","title":{"rendered":"\u00dcber das Projekt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat \u00fcber einen Zeitraum von vier Jahren zwischen 2016 und 2020 das namenkundliche Projekt \u201eDigitales vorpommersches Flurnamenbuch\u201c an der Universit\u00e4t Greifswald gef\u00f6rdert. Ziel des Vorhabens, f\u00fcr das der Leiter des Pommerschen W\u00f6rterbuchs, Privatdozent Dr. Matthias Vollmer, verantwortlich zeichnet, ist die Dokumentation und sprachwissenschaftliche Auswertung der schriftlich \u00fcberlieferten Flurnamen aus dem gesamten Raum Vorpommern mit seiner Fl\u00e4che von etwa 8.700 km<sup>2<\/sup>. Damit wird die seit Mitte des 20. Jahrhunderts weitgehend brachliegende Flurnamenforschung in Vorpommern neu akzentuiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mittlerweile liegt auch eine Buchver\u00f6ffentlichung zum Thema vor. Anfang 2025 wurde im Peter Lang Verlag ein Flurnamenlexikon als Grundlagenwerk f\u00fcr die Region Vorpommern publiziert, das in weit \u00fcber 500 Artikeln die wichtigsten Elemente der Flurnamenbildung in der Untersuchungsregion auflistet, deren lexikalische Bedeutung kl\u00e4rt und die h\u00e4ufigsten Bildungstypen von Flurnamen in Vorpommern verzeichnet. (<a href=\"https:\/\/www.peterlang.com\/document\/1500000#document-details-anchor\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Matthias Vollmer \/ Katharina Oelze: Flurnamen in Vorpommern. Ein Namenlexikon<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"270\" height=\"380\" src=\"https:\/\/flurnamenbuch-vorpommern.germanistik.uni-greifswald.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/grafik-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-142\" srcset=\"http:\/\/fnb-vorpommern.informatik.uni-rostock.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/grafik-1.png 270w, http:\/\/fnb-vorpommern.informatik.uni-rostock.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/grafik-1-213x300.png 213w\" sizes=\"auto, (max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><\/figure>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"688\" src=\"https:\/\/flurnamenbuch-vorpommern.germanistik.uni-greifswald.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Flurname-Duewelsbrauk-aus-Born-im-Archiv-des-Pommerschen-Woerterbuchs-1024x688.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-85\" style=\"width:278px;height:187px\" srcset=\"http:\/\/fnb-vorpommern.informatik.uni-rostock.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Flurname-Duewelsbrauk-aus-Born-im-Archiv-des-Pommerschen-Woerterbuchs-1024x688.jpg 1024w, http:\/\/fnb-vorpommern.informatik.uni-rostock.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Flurname-Duewelsbrauk-aus-Born-im-Archiv-des-Pommerschen-Woerterbuchs-300x201.jpg 300w, http:\/\/fnb-vorpommern.informatik.uni-rostock.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Flurname-Duewelsbrauk-aus-Born-im-Archiv-des-Pommerschen-Woerterbuchs-768x516.jpg 768w, http:\/\/fnb-vorpommern.informatik.uni-rostock.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Flurname-Duewelsbrauk-aus-Born-im-Archiv-des-Pommerschen-Woerterbuchs-1536x1031.jpg 1536w, http:\/\/fnb-vorpommern.informatik.uni-rostock.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Flurname-Duewelsbrauk-aus-Born-im-Archiv-des-Pommerschen-Woerterbuchs-2048x1375.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Flurname D\u00fcwelsbrauk aus Born im Archiv des Pommerschen W\u00f6rterbuchs<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Projekts, Katharina Oelze M.A., die in der ersten Phase des Projekts von der studentischen Hilfskraft Friederike Burmann unterst\u00fctzt wurde, hat in den vergangenen Jahren in einer wahren Sisyphusarbeit alle relevanten Archive der Region besucht und dort zahllose ungedruckte Quellen ermittelt und ausgewertet, in denen historische Flurnamen belegt sind. Daneben wurden selbstverst\u00e4ndlich alle greifbaren bzw. bereits gedruckten Quellen in die Materialerhebung einbezogen. Insgesamt konnten auf diese Weise etwa 90.000 Flurnamenbelege gesichert werden, die ca. 40.000 verschiedenen Namen zuzuordnen sind. Diese Diskrepanz erkl\u00e4rt sich dadurch, dass derselbe Flurname h\u00e4ufig mehrmals in verschiedenen Quellen zu belegen ist, wobei sich zudem auch die Schreibweise \u00e4ndern kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter Flurnamen oder Mikrotoponymen sind die in aller Regel von der einheimischen Bev\u00f6lkerung vergebenen Namen f\u00fcr landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4chen aller Art zu verstehen, zum Beispiel \u00c4cker, Weiden, Wiesen und W\u00e4lder. Diese Namen spielten bis in das 20. Jahrhundert hinein eine eminent wichtige Rolle f\u00fcr landwirtschaftlich gepr\u00e4gte d\u00f6rfliche Gemeinschaften, verk\u00f6rperten sie doch den entscheidenden Orientierungsrahmen f\u00fcr die agrarische Lebens- und Arbeitswelt. Weil die Erstbenennung eines Flurst\u00fccks nicht v\u00f6llig willk\u00fcrlich ist, sondern immer auf ein bestimmtes Benennungsmotiv zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, geben Flurnamen unter anderem Auskunft \u00fcber vergangene Besitzverh\u00e4ltnisse, Siedlungsstrukturen, \u00fcber Flora und Fauna, die Nutzung von Fl\u00e4chen und vieles mehr. Flurnamen sind deswegen nicht nur ein ergiebiges Material f\u00fcr die Sprachwissenschaft, sondern auch f\u00fcr Historiker, Arch\u00e4ologen, Volkskundler und Geografen. So verweist der Flurname <em>Kohbrink<\/em> beispielsweise auf eine an einem H\u00fcgel gelegene Kuhweide, der <em>Galgenbarg<\/em> auf eine ehemalige Richtst\u00e4tte, der Name <em>Karkwisch<\/em> bezeichnet eine der Kirche geh\u00f6rende oder in der N\u00e4he einer Kirche gelegene Wiese, bei der <em>B\u00e4ukenhorst<\/em> handelt es sich um eine ehemalige mit Buchen bestandene Waldfl\u00e4che und der niederdeutsche Flurname <em>Kielst\u00fcck<\/em> bezieht sich auf die keilf\u00f6rmige Form der betreffenden Parzelle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u00fcberwiegende Teil der Flurnamen in Vorpommern ist niederdeutscher Herkunft, wie man bereits an den wenigen eben zitierten Beispielen erkennen kann. Diese Region ist namenkundlich zudem besonders deswegen interessant, weil sich hier noch \u00e4ltere Schichten slawischer Flurnamen und Mischnamen aus slawischen und deutschen Bestandteilen zeigen. Auf eine Etymologisierung der slawischen Namenbestandteile ist in aller Regel verzichtet worden, denn f\u00fcr diese Aufgabe bedarf es slawistischer und nicht germanistischer Fachkompetenz. Deswegen sind in der Datenbank die meisten slawischen Namenbestandteile mit einem Vermerk (?slaw.) versehen worden, der diesen Tatbestand reflektieren soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die hochdeutsch gepr\u00e4gte Schriftsprache, die die \u00e4ltere mittelniederdeutsche Schriftlichkeit im deutschen Norden im Verlauf des 16. Jahrhunderts verdr\u00e4ngen konnte, hat \u00fcbrigens auch dazu gef\u00fchrt, dass in vielen F\u00e4llen niederdeutsche Namen verhochdeutscht worden sind (Katasternamen), ganz im Unterschied zu ihrem tats\u00e4chlichen Gebrauch in der Alltagssprache vor Ort. So wird, um nur ein Beispiel zu nennen, das niederdeutsche Flurnamenelement <em>Wisch<\/em> in vielen Quellen bereits seit dem 17. Jahrhundert h\u00e4ufig in das hochdeutsche \u00c4quivalent <em>Wiese<\/em> umgeformt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat \u00fcber einen Zeitraum von vier Jahren zwischen 2016 und 2020 das namenkundliche Projekt \u201eDigitales vorpommersches Flurnamenbuch\u201c an der Universit\u00e4t Greifswald gef\u00f6rdert. 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